In unserem Dojo wird hauptsächlich der Stil des Shotokan-Ryu gelehrt. Die Ursprünge dieser Stilrichtung reichen bis weit in die Vergangenheit zurück.

Shotokan-Karate

 

Karate ist heute meist als eine von vielen Wettkampfsportarten verbreitet. Viele kennen es aber als das, was es in seiner ursprünglichen Form ist, und zwar eine sehr effektive und gefährliche Art der Verteidigung, aber auch ein Weg der persönlichen Entwicklung und Reifung. Seine Ursprünge liegen tief in der Vergangenheit verborgen und werden wohl nie ganz aufgedeckt werden. Fest steht, dass es im alten Okinawa entstanden ist. Hier wurde es stark von chinesischen Stilen und japanischen Kampfkünsten beeinflusst.


Einer der ersten und bekanntesten Pioniere Europas, welcher die Ursprünge des Karate erforschte, ist Roland Habersetser (geb. 1945) aus Frankreich. Er studierte unterschiedliche Karatestile und andere Kampfkünste, unterrichtet weltweit und ist Autor zahlreicher Bücher. Seine Erkenntnisse sind heute Grundlage vieler traditioneller Dojos in Deutschland.

Funakoshi Yoshitaka (1906-45) gilt 

als Gründer des modernen Shotokan

Karate. Er brachte das sehr dynamische Karatekonzept von  Asato Anko, dem 

Lehrer seines Vaters, in die Öffentlichkeit 

und entwickelte so die Bewegungsgrundlage unseres Stils.

Funakoshi Gichin (1869-1958) war immer gegen die Aufteilung des Karate in unterschiedliche Stilrichtungen "Es gibt nur ein Karate, in dem ist alles enthalten". Trotzdem gilt er als Vater des modernen Karate.
G. Funakoshi wuchs auf Okinawa auf und lernte hier hauptsächlich bei Asato Anko Karate, welches er aber nie öffentlich unterrichtete. Erst sein Sohn Yoshitaka brachte dieses Konzept gegen seinen Willen in den Shotokanstiel. Von Meister Itosu, welcher sein zweiter Lehrer auf Okinawa war, übernahm er dessen Unterrichts- und Kata-System als er 1921 nach Japan kam und begann Karate öffentlich zu verbreiten. Um in Japan anerkannt zu werden und so die Grundlage zur Verbreitung des Karate zu erlangen, führte er einige Neuerungen ein. Dazu gehörten das tragen des weißen Anzugs "Gi", das Gürtel- 

und Graduierungssystem sowie Verhaltensregeln im Dojo. Es gab 

auch Veränderungen im Training, so wurden z.B. verschiedene Partnerübungen eingeführt und das Aufstellen in einer Linie, welches übrigens aus dem preußischen Militär in Japan übernommen wurde. 

 Anko Asato (1827-1906)

Yasutsune Itosu (1830-1915)

Anko Asato und Yasutsune Itosu waren die Hauptlehrer von Funakoshi Gichin.

 Inzwischen weiß man aber, dass Funakoshi Gichin hauptsächlich von Anko 

Asato unterrichtet wurde. Bei Yasutsune Itosu war er jedoch häufig Gastschüler. 

Die Art wie Anko Asato die Techniken des Karate ausführte ähnelt stark dem 

heutigen Shotokan. Dem Einfluss der Matsumuraschule und eines Schwertstils, 

dem Jigen-Ryu, brachten einen äußerst dynamischen Karatestil hervor, welchen 

man heute als Shotokan-Ryu bezeichnet. Warum Funakoshi Gichin ausschließlich 

Anko Itosus Karateart in Japan unterrichtete, bleibt wohl ewig sein Geheimnis. Die 

Asato-Art muss er aber seinem Sohn Funakoshi Yoshitaka gelehrt haben, denn 

wie sonst würden wir uns heute so bewegen.

Matsumura Sokon (1797-1889)  war 

bereits zu Lebzeiten ein, auch auserhalb Okinawas, bekannter Meister. Sein Karate

 soll sehr dynamisch und körperbetont 

gewesen sein. Wahrscheinlich entwickelte bereits er die Grundlagen des heutigen 

Shotokan-Karate und gab diese an 

Asato weiter. 

Sakugawa Shungo (1733-1815) war der erste geschichtlich bekannte Lehrer des okinawaischen Karate. Mehrmals reiste er nach China um dort seine Kampfkunst zu vervollkommnen. Außerdem eröffnete er eine eigene Schule und legte so den Grundstein für die weitere Entwicklung des Karate.

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